Lachgas Indikationen

Lachgas Indikationen

Lachgas Indikationen, Kontraindikation und Nebenwirkungen

In dem heutigen Ratgeber Beitrag möchten wir Ihnen einen Einblick über die Indikationen, Kontraindikationen und möglichen Nebenwirkungen geben, die bei der Sedierung mit Lachgas zu beachten sind..

Was sind die typischen Indikationen? 

  • Ängstliche oder trotzige Patienten
  • Geistige oder körperliche Behinderungen
  • Patienten mit stark ausgeprägtem Würgereiz
  • Stressprävention bei milden kardiologischen Problemen und Asthma
  • Patienten bei denen eine Narkose kontraindiziert ist
  • Längere oder komplexe chirurgische Behandlungen

Was sind typische Kontraindikationen?

  • Behinderte oder eingeschränkte Nasenatmung (Rhinitis, Sinusitis)
  • Beeinträchtige Kommunikationsfähigkeit
  • Schwere Psychische oder Verhaltens- und Persönlichkeitsstörungen
  • Belüftungsstörung des Mittelohrs
  • Schwere allgemeine Erkrankungen (MS, Ileus)
  • Zustand nach Augen -OP mit intraokulärer Gasplombe
  • ASA>=3
  • Vitamin B12- und Fohlsäure-Mangel oder Störung
  • Schwangerschaft 1. und 2. Trimester
  • Konsequenz: Weder Mitarbeiterinnen der Zahnarztpraxis, noch Patientinnen im 1. und 2. Trimester dürfen Lachgas exponiert sein
  • Schwangerschaft 3. Trimester: Anwendung nach sorgfältiger Indikationseinstellung
  • In Schweden bringen 90% der Mütter ihre Kinder unter Lachgas zur Welt.
Lachgassedierung Indikationen Kontraindikationen und Nebenwirkungen

Lachgas diffundiert in Hohlräume, dementsprechend sollte es nicht nach einer Mittelohrentzündung, einem Darmverschluss, einer Augen-OP mit intraokulärer Gasplombe etc. eingeatmet werden. Dies könnte z. B. im letzten Fall zu einer Erblindung oder zumindest zu einem unangenehmen Druckgefühl führen. Bitte machen Sie immer eine Anamnese und halten Sie sich an die in der Fortbildung vermittelten Inhalte. 

Nebenwirkungen

Die allgemeinen Nebenwirkungen des Lachgases sind sehr gering, z.B. Vitamin B12 Mangel bei einer dauerhaften Verabreichung über zwei Tage.

Kardiovaskuläre Nebenwirkungen: 

  • Bei isolierter Verwendung keine relevanten Nebenwirkukngen
  • Geringe Abnahme der Herzfrequenz
  • Geringe Abnahme des Schlagvolumens

Respiratorische Wirkungen: 

  • Minimale oder keine Atemdepression
  • falls nicht ausreichender Effekt andere Anästhesieform erwägen

Keine Beeinflussung von:

  • Leberfunktionen
  • Nierenfunktionen
  • Darmfunktionen
  • Fast keine Verstoffwechselung
  • Wird fast vollständig über die Lunge ausgeschieden
  • Weniger als 0,04% des Gases werden tatsächlich im Körper metabolisiert

Komplikation Überdosierung

Gerade wegen des Risikos der Übersedierung (z. B. Schwindelgefühl, Anstieg des Pulses, Unwohlsein), muss der Benutzer genau geschult werden, wie das Lachgas individuell titriert wird. Im Falle einer Übersedierung kann entweder das Lachgas reduziert oder der O2-Flush Knopf gedrückt werden, sodass 40-55 Liter/ Minute Sauerstoff in den Atembeutel fließen. Lachgas ist gut steuerbar und flutet schnell ab, d.h. die Übersedierung ist schnell vorbei. 

Übelkeit und Erbrechen:

  • Entstehungsmechanismus unklar, meist in Kombination mit anderen Anästhetika/Analgetika
  • Nimmt bei Konzentration > 50% Lachgas zu, deshalb nur in Ausnahmefällen über 50% Lachgas applizieren. Durchschnittlich sind Patienten bereits bei 30-40% Lachgas optimal sediert.
  • Sollte der Patient sich widererwartend doch übergeben müssen, ist es wichtig, den Kopf zur Seite zu drehen, damit die Aspirationsgefahr ausgeschlossen werden kan.

Psychomotorische Nebenwirkungen 

Euphorie, Traume und Phantasien werden beschrieben.

Es gibt keine Daten, die eine teratogene, mutagene, karzinogene oder Reproduktivität verändernde Wirkung  von Lachgas belegen oder vermuten lassen. Natürlich wird dennoch empfohlen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um die Arbeitsplatzkonzentration von Lachgas zu minimieren. 

Die Lachgassedierung wurde bereits millionenfach angewendet und in Ländern wie England, USA, Schweiz, Skandinavien etc. gehört sie zum dentalen Behandlungsalltag. 89% der amerikanischen Kinderzahnärzte sedieren mit Lachgas. In Schweden bringen z. B. 90% der Mütter ihre Kinder unter Lachgas zur Welt, hierzu wird jedoch ein Sauerstoff-Lachgas-Mischer mit Demandventil verwendet. 

Die Firma Baldus Sedation GmbH & Co. KG übernimmt keine Garantie dafür, dass die Angaben aktuell, korrekt und vollständig sind. Zur Erstellung Ihres Anamnesebogens orientieren Sie sich bitte an den im Rahmen der Fortbildung gelernten Inhalten. 

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